Flugplatz Uetersen - EDHE
Allgemeines


Die Geschichte des Flugplatz Uetersen

Rückblick auf die Gründerzeit vor dem 2. Weltkrieg

Das Gelände des Flugplatzes Uetersen, vor seiner Gründung "Franzosenkoppel" genannt, gehört im östlichen Teil zur Gemeinde Appen, im westlichen Teil zur Gemeinde Heist. Begonnen hat alles mit dem Bau eines Segelflug-Schulgleiters durch eine Gruppe Flugbegeisteter, die einen "Stützpunkt Uetersen" der Ortsgruppe Hamburg des Deutschen Luftsportverbandes" gründeten.

Der erste Start erfolgte im Juni 1933, allerdings noch auf dem damaligen Sportplatz, mitten in der Stadt. Schnell wurden es mehr Mitglieder und Fluggerät. Mit der Initiative des "fliegenden Pastors" v. Dorrien , ehemaliger Jagdflieger im l. Weltkrieg, wurde das neue Flugfeld auf der "Franzosenkoppel" ausgemacht und nach Räumung eines dort angesiedelten Hamburger Vereins für Freikörperkultur im Oktober 1934 als Segelfluggelände zugelassen mit der Maßgabe, das Gelände später auch für den Motorflug zu nutzen.

Die Fliegergruppen aus Pinneberg und Elmshorn wurden als Nutzer mit einbezogen. Im Zuge des Neuaufbaus der Deutschen Luftwaffe wurde das Gelände von April 1935 an als Flugplatz für die damalige Luftwaffe hergerichtet. Auf dem neuen Fliegerhorst war die Errichtung einer modernen Flugzeugführerschule geplant. Die Bauarbeiten zogen sich lange hin, indessen landete am 25. Juli 1936 - rein zufällig - das erste Motorflugzeug auf dem frisch planierten Rollfeld. Am Steuerknüppel saß ein Flugschüler von der Fliegerschule Magdeburg, der sich verflogen hatte.

Der Kriegsbeginn 1939 verhinderte die geplante Aufstellung einer Flugzeugführerschule. Statt dessen wurden nacheinander Einsatztruppen von Schlachtfliegern, Fernaufklärern, Transportern und Nachtjägern stationiert. Die fliegenden Einheiten waren mit JU 52, JU 87, He 111, Me l09, Me 110 und zuletzt JU 188 ausgerüstet. Am 3. März 1943 fielen die ersten Brand- und Sprengbomben englischer Bombergeschwader und richteten an Kasernen und Fluggelände erheblichen Schaden an. Am 5. Mai 1945 zogen britische Truppen in die Kaserne ein. Bis November 1955 waren auf. dem Fliegerhorst vor allem Jagdfliegerverbände der britischen Royal Air Force und der Royal Canadian Air Force stationiert.

Die deutsche Luftwaffe nach dem 2. Weltkrieg

Nach Wiedererlangung der Lufthoheit und Räumung des Geländes von der englischen Besatzung hat die neue Deutsche Luftwaffe auf dem Fliegerhorst Uetersen ein Fliegerausbildungsregiment aufgestellt. Am 19. Oktober 1956 fand hier die erste Vereidigung neuer Soldaten statt.

Zur Auswahl und Ausbildung des Pilotennachwuchses der neuen Deutschen Luftwaffe wurden Schulflugzeuge vom Typ Piper PA 18 und Piaggio P 149 eingesetzt, bis die Grundausbildung in Fürstenfeldbruck zentralisiert wurde. Der militärische Flugbetrieb wurde danach eingestellt. Der Fliegerhorst erhielt im Oktober 1975 den Ehrennamen "Marseille-Kaserne". Dem Fliegerhorst verblieb schließlich die Sprachschule und die Unteroffiziersschule der Luftwaffe.

Inzwischen entstand in aller Stille eine der größten Sammlungen für ein Deutsches Luftwaffenmuseum. Es wurde 1994 nach Berlin-Gatow verlegt. Die meisten der alten Flugzeuge wurden bei der Verlegung des Luftwaffenmuseums nach Berlin-Gatow per Unterlast mit Hubschraubern (CH 53 aus Rheine-Bentlage) abtransportiert.

Zivile Nutzung nach dem Kriege

1951 wurde durch die zuständige Luftfahrtbehörde in Kiel die Genehmigung zur Wiederaufnahme des Segelflugbetriebes erteilt. Es wurde der Luftsportverein Kreis Pinneberg (LSV) neu gegründet. Der Segelflugbetrieb konnte zunächst in bescheidenem Rahmen nur an den Wochenenden aufgenommen werden, um nicht den militärischen Flugbetrieb an Werktagen zu stören.

Die Gemeinde Heist stellte der 1957 gegründeten Flugplatzgemeinschaft Uetersen e.V. als Pächter westlich des Flugfeldes Gelände zum Bau einer Flugzeughalle mit Turm zur Verfügung. 1965 folgte die Gründung des Segelflug-Club Uetersen e.V. (SCU). Durch Initiative des Landesverbandes Hamburg des Deutschen Aero-Club (DAeC) und der Flughafen Hamburg AG konnten sich dort auch die Motorflieger ansiedeln.

Der Segelflugbetrieb wurde zunächst auf der Südseite des Platzes durchgeführt, parallel zu dem auf der Nordseite betriebenen Motorflug der Luftwaffe. Der zivile Motorflugbetrieb wurde erst nach der Wiedererlangung der deutschen Lufthoheit (l.5.1955) möglich. Er wurde zusammen mit dem Militär auf der Nordseite betrieben. Die Flugleitung für den zivilen Betrieb war in einer Baracke in der Nordost-Ecke des Platzes untergebracht. Erst nach Beendigung des militärischen Flugbetriebes 1972 wurde aus Lärmschutzgründen der Motorflug auf die Südseite und der Segelflug auf die Nordseite verlegt. Mit dieser Neuordnung entstand auch das jetzige Flugplatzgebäude mit Turm und Restaurant.

 

Der Flugplatz Uetersen heute

Die Flugplatz Uetersen GmbH

Am 21 März 1973 wurde in Pinneberg zwischen den gesetzlichen Vertretern folgender Vereine ein Gesellschaftervertrag abgeschlossen:

Gegenstand des Vertrages ist der Betrieb des Flugplatzes Uetersen. Die GmbH hat das Flugplatzgelände von der Bundesliegenschaftsverwaltung gepachtet. Für den Bau und die Verwaltung der Anlagen westlich der Tankstelle, nämlich Hallen und Rollwege, sind die in der "Flugplatzgemeinschaft Uetersen e.V." zusammengeschlossenen Vereine zuständig. Lande- und Abstellgebühren sowie Einnahmen aus dem Tankstellenbetrieb dienen ausschließlich zur Finanzierung der Betriebskosten des Flugplatzhalters.

Fliegen auf dem Flugplatz Uetersen

Die Zulassung des Verkehrslandeplatzes Uetersen ist auf den Betrieb von Segelflugzeugen, Motorseglern und Motorflugzeugen bis zu einem max. Startgewicht von 5,7 Tonnen sowie Luftschiffen und Heißluftballons begrenzt. Alle anderen Luftfahrzeuge bedürfen einer Sondergenehmigung durch die für den Flugplatz Uetersen zuständige Aufsichtsbehörde des Landes Schleswig-Holstein in Kiel.

Flugbetriebliche Vorschriften, das von der Deutschen Flugsicherung GmbH veröffentlichte Sichtanflugverfahren mit den dazu gehörenden Karten und Sonderverträge mit der Gemeinde Heist regeln den Flugverkehr am Flugplatz. Neben den beiden großen Segelflugvereinen gibt es zahlreiche Vereine für Motorflugzeuge, Motorsegler sowie Flugschulen, Haltergemeinschaften, private Flugzeughalter und viele nicht in Vereinen organisierte Piloten.

Die meistgenutzten Flugzeuge am Platz sind die Cessna 150 und 172, bewährte Schulflugzeuge, dann die Piper PA 28, die Tobago TB 9 und 10 und diverse andere, überwiegend einmotorige Flugzeuge. Viele Flugzeughalter bemühen sich heute durch bauliche Veränderungen an ihren Flugzeugen, den Lärm zu mindern und damit die Umwelt zu schonen. Luftfahrzeuge, die den erhöhten Schallschutzanforderungen genügen, zahlen geringere Landegebühren. Auch die flugbetrieblichen Vorschriften sollen bewirken, daß die Belastung für die Umwelt so gering wie möglich ist. Und letztlich ist jeder einzelne Pilot aufgefordert und zuständig, mitdenkend und möglichst umweltschonend zu fliegen.

Was sonst noch so am Flugplatz fliegt

Wer sich einmal die Zeit zum Schauen nimmt und einen Tag am Flugplatz verbringt, wird erstaunlich viele und besondere "Flieger" entdecken. Alle können nicht genannt werden, aber hervorzuheben sind die Kiebitze, die auch am Platz nisten und sich im Herbst zu riesigen Schwärmen formieren. Zu sehen sind Krähen, Störche, Greifvögel, ein Uhu und bei Sturm viele Möwen. Gerne werden im Frühjahr die draußen abgestellten Flugzeuge von Staren und anderen Vögeln als Nistkästen mißbraucht. Sie versuchen, ihre Nester in Motorräumen, Flugzeugflächen und Radverkleidungen aufzubauen. Vierbeiner gibt's natürlich auch, z. B. Rehe und Hasen und leider viele freilaufende Hunde, die doch bitte an der Leine sein sollten, wie es die Betriebsordnung des Flugplatzes vorschreibt. Oft kommen auch Pferde vorbei, die aber zum Glück immer zusammen mit ihren Reitern.

Also, ein Besuch des Flugplatzes Uetersen lohnt sich immer, nicht nur für Flieger oder Flugbegeisterte!

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